Wissenschaft und Unsicherheit

Die inhärenten Unsicherheiten wissenschaftlicher Erkenntnisse und Forschung verstehen

Unsicherheit bedeutet, dass wir nicht genug Informationen über bestimmte Ereignisse, ihre Folgen oder Wahrscheinlichkeiten haben. Menschen wünschen sich Sicherheit. Aber Unsicherheiten sind Teil unseres Alltags. Auch in der Wissenschaft. Obwohl manche denken, dass dort alles klar und sicher ist, gibt es ständig Unsicherheiten. Egal wie genau oder fortschrittlich wissenschaftliche Methoden sind, es bleiben immer Unsicherheiten.

Es ist nicht möglich, mit absoluter Sicherheit zu beweisen, dass etwas sicher ist. Selbst bestens untersuchte Themen beherbergen noch Unsicherheiten. Das macht die Wissenschaft aber nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie liefert die besten Grundlagen für fundierte Entscheidungen. Je besser die wissenschaftlichen Belege sind, desto informierter können wir entscheiden.

Beim Thema Mobilfunkstrahlung gibt es wissenschaftliche Unsicherheiten zum Beispiel hinsichtlich:

– Experimentellen Studien, die gesundheitliche Auswirkungen untersuchen,

– Messverfahren, mit denen sich Feldstärken effizient, alltagsnah und aussagekräftig bestimmen lassen,

– Rechenverfahren, die gut ermitteln können, wieviel Energie die Felder in konkrete Organe eines Menschen einbringen.

Um solche Unsicherheiten zu verringern, brauchen wir mehr hochwertige Studien.

Wenn Grenzwerte empfohlen oder festgelegt werden, die Menschen vor möglichen gesundheitsrelevanten Wirkungen elektromagnetischer Felder schützen sollen, werden dabei sogenannte Sicherheitsfaktoren angewendet. Das tun internationale Organisationen und nationale Behörden unter anderem, um mögliche Unterschiede in der Empfindlichkeit von Menschen zu berücksichtigen. Sie haben dabei auch Aspekte wie Alter oder unterschiedliche Gesundheitszustände der Menschen im Blick. Wissenschaft könnte nie alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit in der Forschung berücksichtigen. Durch Sicherheitsfaktoren geht Regulierung mit dieser „Unsicherheit“ um.

In den vorigen Jahrzehnten wurden viele Studien zu den möglichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit veröffentlicht. Dabei wurden viele gesundheitliche Aspekte untersucht. Bislang wurde bei Einhaltung der empfohlenen Grenzwerte kein Gesundheitsrisiko durch Mobilfunkstrahlung belegt. Doch in der Wissenschaft gibt es immer Unsicherheiten. Behörden berücksichtigen diese Unsicherheiten und investieren deswegen weiterhin in Forschung, aktualisieren ihre Bewertungen regelmäßig und prüfen geltende Grenzwerte und Sicherheitsstandards. Damit stellen sie sicher, dass alles immer auf dem neuesten Stand der Forschung basiert.

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